Robert LebeckPresse

Robert Lebeck

Unverschämtes Glück!

vhs-photogalerie

Rotebühlplatz 28

70173 Stuttgart

http://www.vhs-photogalerie.de/

Öffnungszeiten:     Mon-Sam 08.00-23.00 Uhr, Son 09.00-18.00 Uhr

Dauer der Ausstellung:     16.11.06-21.01.07

Vernissage:     Mittwoch, 15.11.06, 19.30 Uhr

Robert Lebeck wird anwesend sein.

Robert Lebeck hat wie kein anderer den Fotojournalismus in Deutschland geprägt. Sein sicheres Gespür für aktuelle Themen und die Begabung, sie mit wenigen Bildern zu erfassen, haben ihn zu einem der ganz Großen der Reportagefotografie gemacht. „Afrika im Jahre Null“, „Spanien unter Franco“, „Deutschland im März“ - diese und viele andere, heute schon legendäre Reportagen zeichnet eine enorm hohe inhaltliche und formale Qualität aus. Zahlreiche seiner Fotografien stellen mittlerweile Ikonen dar und fehlen in keiner Übersicht über den Fotojournalismus.

Lebeck, 1929 in Berlin geboren, entschloss sich nach einem Studium der Völkerkunde, die Laufbahn eines Fotografen einzuschlagen. Zunächst arbeitete er als Bildreporter für verschiedene Heidelberger Zeitungen. 1955 wurde Lebeck Leiter des Redaktionsbüros der REVUE, wenig später Mitarbeiter von KRISTALL. Seine ungewöhnlichen Reportagen machten den STERN auf ihn aufmerksam, der Lebeck für sein festes Reporterteam engagierte. Nach einem Intermezzo als Chefredakteur von GEO kehrte er zum STERN zurück. 1991 erhielt Lebeck, der zeitweilig auf den Preis des „Weltphoto des Jahres“ abonniert zu sein schien, den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Sein Werk wurde in zahlreichen Ausstellungen weltweit gezeigt.

Lebeck hat sich neben seiner Tätigkeit als Fotograf auch als bedeutender Sammler alter Fotografie einen Namen gemacht. Er lebt heute mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Berlin.

„. . . jeder behauptet, die gute alte Zeit der Schwarzweißfotografie sei vorbei. Die mit mir in Verbindung gebrachten Motive sind alle schwarzweiß. Das ist aber nur eine Seite von mir. Deshalb mein Ehrgeiz zu zeigen, dass ich seit vierzig Jahren auch Reportagen in Farbe mache . . ." (Robert Lebeck)

Entstanden auf seinen zahlreichen Reisen durch die Kontinente, sind die mit subtilem Humor aufgenommenen Fotos in assoziativer Weise in der Ausstellung und im begleitenden Prachtband paarweise einander gegenübergestellt. Westlichen Konsum und eitlen Schönheitswahn kontrastiert Lebeck mit der Armut der Menschen anderer Kontinente, Bilder ungebrochener Lebensfreude mit den Sterbehäusern in China und Indien, Gesten religiöser Hingabe mit der bedrohlichen Praesenz von politischer Propaganda und militärischen Machtapparaten, die Erhabenheit unberührter Natur mit dem Ausbruch von Gewalt in unseren Metropolen, die Mächtigen der Politik und die Verwöhnten der High Society mit Repräsentanten der Kultur. Seine Themen vermitteln einen Einblick in fremde Kulturen und sind zugleich Spiegelbilder einer von den Besonderheiten der Regionen und Geschichte unabhängigen conditio humana. Beides überrascht, lässt schmunzeln, gibt dem Betrachter neue Einblicke in Unvorhergesehenes.

Es ist bezeichnend für den bescheidenen Fotokünstler Robert Lebeck, die große Ausstellung zu seinem 75. Geburtstag fast entschuldigend „Unverschämtes Glück“ zu betiteln - aber dieser Titel trifft es, und zwar ganz besonders für den verzauberten Betrachter . . .

Ansprechpartner:

Rüdiger Flöge (DGPh)

Leiter der vhs-photogalerie

T 0711 1873-790

F 0711 1873-709

ruediger.floege@vhs-stuttgart.de

Preußisch Blau

Berliner Festspiele

Ausstellung mit Berlin-Fotografien von Robert Lebeck

Robert Lebeck schuf das Plakatmotiv für das Musikfest Berlin (31. August - 13. September 2005)

Ab kommenden Freitag, den 3. Juni 2005, zeigt die Galerie Heckenhauer die Ausstellung Preußisch Blau. Fotografien. Der renommierte Bildjournalist Robert Lebeck schuf die in der Ausstellung präsentierten Arbeiten in den letzten Jahren während seiner Streifzüge durch Berlin. Der Titel Blaue Stunde bezieht sich auf die von Lebeck für seine Aufnahmen bevorzugte Tageszeit mit ihren ganz besondern Lichtverhältnissen. Eine Fotografie aus der Ausstellung wird in den nächsten Monaten das Berliner Stadtbild bestimmen: Die Berliner Festspiele wählten als Plakatmotiv für das Musikfest Berlin eine Aufnahme des Potsdamer Platzes, aufgenommen aus dem Rückfenster eines fahrenden Busses der Linie 200. Auf einer Vielzahl von Berliner Plakatwänden wird das Motiv in Kürze für das attraktive Programm des vom 31. August bis 13. September stattfindenden Festivals werben.

Robert Lebeck, 1929 in Berlin geboren, arbeitete dreißig Jahre lang als Fotoreporter für den Stern, unterbrochen von einem Intermezzo als Chefredakteur von Geo. 1991 erhielt er den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Robert Lebeck lebt heute nach zahlreichen Stationen erneut in Berlin. [...]

Robert Lebeck. Preußisch Blau. Fotografien

Vernissage: Freitag, 3. Juni 2005, 19 Uhr

Laufzeit: 4. Juni 2005 bis 12. Juli 2005

Galerie J. J. Heckenhauer

Robert Lebeck. Preußisch Blau.

Soeben ist er 75 geworden. Und folgt einer neuen Passion. Mit der LEICA DIGILUX durchstreift Robert Lebeck seine Geburtsstadt Berlin und fotografiert die blaue Stunde.

Vorstellen muß man ihn wohl nicht. Robert Lebeck, am 21.März 1929 - vor genau 75 Jahren also - in Berlin geboren, zählt zu den Großen der deutschen Nachkriegsfotografie, des Nachkriegs-Fotojournalismus, um genau zu sein. Denn darauf hat Robert Lebeck eigentlich immer Wert gelegt: nicht Kunst machen zu wollen, sondern die Daheimgebliebenen mit bildhaften Informationen zu versorgen. "I am a journalist", hat er einmal - auf die Frage eines Lexikons nach seinem Selbstverständnis - ebenso knapp wie dezidiert geantwortet. Eine Maxime, an die er sich bis zu seinem Abschied vom Stern Ende der 90er Jahre streng gehalten hat. Was nicht bedeuten soll, daß nicht auch Robert Lebecks Bilder in hohem Maße gedachte, "gebaute" ästhetische Bilder sind, sprich: über die bloße Schilderung eines Ereignisses hinaus zu merkfähigen Metaphern werden können. Man denke nur an sein großartiges Portrait von Konrad Adenauer, dessen hart angeschnittenes Gesicht vielleicht nicht gerade den Normen des Genres entspricht, dafür aber den Schalk im Auge des "Alten" um so mehr zur Geltung bringt. "Fotografieren", hat Robert Lebeck einmal gesagt, "heißt Regeln verletzen."

Wer Robert Lebeck erinnert, erinnert ihn als Mann der Presse. Und als Vertreter einer mittlerweile schon klassisch zu nennenden Schwarzweißfotografie - vom berühmten "Degenbild" (Leopoldville,1960) bis hin zu "Deutschland im März" (1983) - als Reportage gewiß ein später Höhepunkt des Fotojournalismus. Das er neuerdings "Kunst" macht, ist keinem mehr "unheimlich" als Robert Lebeck selbst. "Ich hätte mich selbst für verrückt erklärt, wenn mir jemand vor fünf Jahren gesagt hätte, daß ich mal solch Bilder mache", gesteht der mittlerweile in Berlin lebende Fotograf. Aber vielleicht ist der weg in die Abstraktion ja nur die logische Fortschreitung eines ganz der realistischen Darstellung verpflichteten Lebenswerks. Und Robert Lebeck wäre nicht der einzige, der ihn gegangen ist.

Angefangen hat bei Robert Lebeck alles mit einem Präsent. Weihnachten 2002, so der Fotograf, hätte ihm seine Frau Cordula die DIGILUX 1 geschenkt. "Sie wollte einfach, daß ich etwas zum Nachdenken habe. Und das ich spazierengehe. "Die DIGILUX habe sie ausgesucht wegen des großen Displays. "Meine Augen sind ja nicht mehr so toll", sagt Lebeck, der schnell mit der Technik der Digitalkamera zurechtgekommen scheint und bereits im Januar 2003 eine stattliche Serie vorweisen kann. Berlin zur blauen Stunde, so könnte man einen Zyklus überschreiben, der entlang jener wundersamen Grenze vom Tag zur Nacht entstanden ist. Lebeck fotografiert im Stehen, im Gehen, am liebsten vom Oberdeck der die Stadt zügig durchquerenden Berliner Busse, durch die - nicht selten regennasse - Scheibe also: "Dann hat man diese Reflexe drin", wie Robert Lebeck unterstreicht, der seine Fotografie zunächst als eine Art späte Schule des Sehens begreift: "Man sieht ja doch viel mehr, als wenn man nur so rumbummelt. "Für Lebeck ist dies auch eine neuerliche Annäherung an seine alte Heimatstadt, die der Fotograf - dürfen wir ihn schon "Künstler" nennen? - an jener aufregenden Schnittstelle zwischen Historie und Zukunft visuell in den Griff zu bekommen sucht, die nun einmal das neue Berlin charakterisiert. Erste kritische Betrachter haben Lebecks jüngste und so ganz andere Arbeiten ausgesprochen positiv aufgenommen. Was ihn nicht nur ermutigt hat, die Serie fortzuschreiben, sondern auch, damit an die Öffentlichkeit zu treten. "Kunst" zitiert Robert Lebeck mit einem Schmunzeln seine frühere Frau Elke Dröscher, "ist, wenn man es nicht anders kann." Da spricht noch einmal der entschiedene Fotojournalist, der unversehens und quasi über Nacht angekommen ist bei den "schönen Künsten".

Hans-Michael Koetzle, Leica World, 1/2004

heckenhauer-galerie